Für die Berufsmatura lernst du am besten in kurzen, festen Einheiten, die neben Betrieb und Schule Platz haben: täglich 10 bis 15 Minuten Karteikarten wiederholen, zwei feste Abende pro Woche für Mathematik und die Schwerpunktfächer, und ab etwa drei Monaten vor der Berufsmaturitätsprüfung alte Prüfungen unter Zeitdruck. So bleibt die Erfahrungsnote stabil und die Abschlussprüfung wird zur Wiederholung, nicht zum Neustart.
Diese Seite erklärt, wie BM1 und BM2 aufgebaut sind, welche Fächer geprüft werden, wie Erfahrungs- und Prüfungsnoten zusammenspielen und wie ein Wochenplan aussieht, der auch nach einem langen Arbeitstag funktioniert. Am Ende: FAQ und der schnellste Weg von Skript und Notizen zu Karteikarten.
Auf einen Blick
| Merkmal | BM1 (lehrbegleitend) | BM2 (nach der Lehre) |
|---|---|---|
| Wann | Während der Lehre, meist ein zusätzlicher Schultag pro Woche | Nach dem EFZ, ein Jahr Vollzeit oder etwa zwei Jahre berufsbegleitend |
| Grundlagenbereich | Erstsprache (Deutsch), zweite Landessprache, Englisch, Mathematik | |
| Schwerpunkt und Ergänzung | Je nach Ausrichtung, etwa Finanz- und Rechnungswesen, Wirtschaft und Recht, Naturwissenschaften, Geschichte und Politik | |
| Interdisziplinär | Interdisziplinäres Arbeiten in den Fächern (IDAF) und interdisziplinäre Projektarbeit (IDPA) | |
| Abschluss | Berufsmaturitätsprüfung in den Grundlagen- und Schwerpunktfächern; Fachnote aus Erfahrungs- und Prüfungsnote | |
Fächer und Gewichtung hängen von Ausrichtung und Kanton ab; prüfe die aktuellen Vorgaben deiner BM-Schule.
BM1 und BM2: Zwei Wege, dieselbe Prüfung
Die Berufsmaturität ergänzt das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) um eine erweiterte Allgemeinbildung und öffnet den Weg an die Fachhochschule. Es gibt zwei Modelle: Bei der BM1 besuchst du den BM-Unterricht während der Lehre, meist an einem zusätzlichen Schultag pro Woche. Bei der BM2 machst du die Berufsmatura nach der Lehre, entweder in einem Vollzeitjahr oder berufsbegleitend über etwa zwei Jahre.
Die fünf Ausrichtungen (Technik, Architektur und Life Sciences; Natur, Landschaft und Lebensmittel; Wirtschaft und Dienstleistungen; Gestaltung und Kunst; Gesundheit und Soziales) bestimmen die Schwerpunktfächer. Der Grundlagenbereich ist überall gleich: Deutsch, eine zweite Landessprache, Englisch und Mathematik. Dazu kommen Ergänzungsfächer und das interdisziplinäre Arbeiten mit der IDPA als Projektarbeit.
Wer nach der BM an die Uni oder ETH will, braucht zusätzlich die Passerelle. Wer die gymnasiale Matura vergleichen möchte, findet den Überblick auf der Seite Matura lernen mit Karteikarten.
Prüfungsfächer und Erfahrungsnoten
Die Berufsmaturitätsprüfung findet in den Grundlagenfächern und in den Schwerpunktfächern statt, schriftlich und teilweise mündlich. In diesen Fächern ergibt sich die Fachnote aus Erfahrungsnote (deine Semesternoten) und Prüfungsnote. In den übrigen Fächern zählt die Erfahrungsnote allein. Das hat eine wichtige Folge für deinen Plan: Wer während des Semesters konstant lernt, hat bei der Abschlussprüfung schon die Hälfte der Note gesichert.
Für Karteikarten eignen sich in der BM besonders: Vokabeln und feste Wendungen in Französisch oder Italienisch und Englisch, Formeln und Lösungswege in Mathematik, Buchungssätze und Kennzahlen im Finanz- und Rechnungswesen, Begriffe und Fälle in Wirtschaft und Recht, Definitionen und Prozesse in den Naturwissenschaften sowie Daten, Ursachen und Folgen in Geschichte und Politik. Für die IDPA brauchst du keine Karten, dafür einen Zeitplan mit Meilensteinen.
Ein Wochenplan, der neben der Arbeit hält
Der grösste Feind der BM1 ist nicht der Stoff, sondern der Kalender. Ein Plan, der bei vielen funktioniert:
- Täglich, 10 bis 15 Minuten: Fällige Karteikarten wiederholen, zum Beispiel im Zug oder in der Mittagspause. Das ist nicht verhandelbar, aber kurz.
- Zwei feste Abende, je 60 bis 90 Minuten: Denkstoff mit Papier und Stift: Mathematik, Rechnungswesen, Naturwissenschaften. Neue Karten entstehen aus den Fehlern.
- Samstagvormittag, 2 bis 3 Stunden: Wochenstoff der BM-Schule nachbereiten, Skripte und Notizen in Karten verwandeln, eine Übungsaufgabe pro Schwerpunktfach.
- Ein freier Tag pro Woche: Ohne schlechtes Gewissen. Wer sieben Tage lernt, hält die BM1 nicht drei Jahre durch.
Die letzten drei Monate vor der BM-Prüfung
Ab drei Monaten vor der Prüfung kommt pro Woche eine alte Prüfung unter Zeitdruck dazu, im Wechsel zwischen den Prüfungsfächern. Im letzten Monat keine neuen Themen mehr, nur noch Wiederholung, Lücken und Prüfungsformat. Frage deine Schule früh nach früheren Prüfungen; viele stellen sie zur Verfügung.
Von Skript und Notizen zu Karteikarten
Wer neben der Arbeit lernt, hat keine Zeit, Karten von Hand zu schreiben. Fotografiere deshalb deine Notizen aus dem BM-Unterricht oder lade das PDF des Skripts hoch: NoteFren erstellt daraus Karteikarten, die du im Browser und auf iPhone/iPad wiederholst. Du kontrollierst die Karten kurz, streichst, was du schon kannst, und die erste Wiederholung läuft noch am selben Abend. Details findest du auf der Seite PDF zu Karteikarten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
BM1 oder BM2: Was ist leichter zu lernen?
Die Inhalte sind gleichwertig, der Alltag ist anders. In der BM1 lernst du neben Betrieb und Berufsfachschule, dafür über mehrere Jahre verteilt. In der BM2 ist der Stoff auf ein Vollzeitjahr oder etwa zwei Jahre berufsbegleitend verdichtet. Wer sich schwer tut, viele Dinge parallel zu halten, fährt mit der BM2 oft besser; wer lieber kontinuierlich lernt, mit der BM1.
Wie stark zählen die Erfahrungsnoten?
In den Prüfungsfächern setzt sich die Fachnote in der Regel aus Erfahrungsnote und Prüfungsnote zusammen, in den übrigen Fächern zählt nur die Erfahrungsnote. Regelmässiges Lernen während des Semesters lohnt sich deshalb doppelt. Die genaue Gewichtung findest du im Reglement deiner BM-Schule.
Reicht die Berufsmatura für die Uni oder ETH?
Die Berufsmaturität öffnet den prüfungsfreien Zugang zu Fachhochschulen im verwandten Fachbereich. Für Universitäten und ETH brauchst du zusätzlich die Passerelle, eine Ergänzungsprüfung in fünf Fächern. Wie du dich darauf vorbereitest, steht auf unserer Seite zur Passerelle.
Wie lerne ich, wenn nach der Arbeit keine Energie mehr da ist?
Mach die Wiederholung so kurz, dass sie immer passt: 10 bis 15 Minuten fällige Karteikarten im Zug oder in der Pause. Den Denkstoff wie Mathematik und Rechnungswesen legst du auf einen festen Abend und den Samstagvormittag. Was zählt, ist die Regelmässigkeit, nicht die Länge der einzelnen Einheit.