Medizin

EMS Vorbereitung: Untertests, Dauer und Übungsstrategie

8. September 2026
9 Min. Lesezeit

Den EMS bereitest du am besten in drei bis sechs Monaten vor, und zwar untertestweise: Jeder Aufgabentyp hat eine eigene Technik, und die trainierst du getrennt, bevor du ganze Testtage simulierst. Der EMS prüft kein Schulwissen, sondern wie schnell und wie sauber du unter Zeitdruck arbeitest. Genau das lässt sich üben, und zwar messbar.

Hier findest du, was der Eignungstest für das Medizinstudium ist, welche Untertests dich erwarten, wie viel Vorbereitungszeit du einplanen solltest, eine Übungsstrategie pro Aufgabentyp und den Anschluss ans erste Studienjahr. Am Ende ein FAQ.

Auf einen Blick

MerkmalEMS (Eignungstest für das Medizinstudium)
Für wenBewerberinnen und Bewerber für Human-, Zahn-, Veterinärmedizin und Chiropraktik an Universitäten mit Zulassungsbeschränkung (Deutschschweiz)
Was geprüft wirdKognitive Fähigkeiten: Textverständnis, quantitative Probleme, räumliches Vorstellen, Konzentration, Merkfähigkeit, Mustererkennung, Planen; kein Fachwissen
FormEin Testtag, mehrere Untertests mit je fester Zeitvorgabe, Multiple Choice auf Papier
WannÜblicherweise Anfang Juli; Anmeldung über swissuniversities bis Mitte Februar
ErgebnisRangliste; die Studienplätze gehen an die besten Ergebnisse, die Grenze hängt von Bewerberzahl und Kapazität ab

Zusammensetzung der Untertests, Termine und Zulassungsregeln ändern sich; massgebend ist die aktuelle Testinformation des ZTD und von swissuniversities.

Was der EMS ist und wer ihn braucht

Der Eignungstest für das Medizinstudium wird vom Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (ZTD) der Universität Freiburg im Auftrag von swissuniversities durchgeführt. Er kommt zum Einsatz, wenn sich für Human-, Zahn-, Veterinärmedizin oder Chiropraktik mehr Personen anmelden, als Studienplätze vorhanden sind. Ob in einem Jahr ein Numerus clausus gilt, entscheiden die Universitäten nach der Anmeldung; in den letzten Jahren war das an den Deutschschweizer Standorten regelmässig der Fall.

Wichtig für die Vorbereitung: Der EMS misst nicht, was du in Biologie oder Chemie weisst, sondern wie gut du unter Zeitdruck Texte erfasst, Zahlen verarbeitest, dir Figuren und Fakten merkst und konzentriert bleibst. Das Resultat ist ein Rang, keine Note. Du trittst also gegen die anderen Kandidatinnen und Kandidaten an, und viele von ihnen haben monatelang geübt. Wer nach der Matura oder der Passerelle unvorbereitet hingeht, verschenkt Rangplätze, die sich mit ein paar Monaten Training holen lassen.

Die Untertests und was sie verlangen

Der Testtag besteht aus mehreren Untertests mit jeweils fester Bearbeitungszeit. Die genaue Liste und Reihenfolge steht in der Testinformation des ZTD, die du vor dem Üben lesen solltest. In den letzten Jahren gehörten typischerweise diese Aufgabentypen dazu:

  • Textverständnis: Lange, dichte Texte, dazu Fragen, die genaues Lesen verlangen. Trainierbar durch Markieren der Struktur und gezieltes Zurückspringen statt Nachlesen des ganzen Texts.
  • Quantitative und formale Probleme: Rechnen mit Dreisatz, Prozenten, Einheiten und einfachen Formeln im medizinischen Kontext. Hier entscheidet Rechensicherheit ohne Taschenrechner.
  • Schlauchfiguren: Ein Objekt mit Schläuchen aus einer neuen Blickrichtung erkennen. Räumliches Vorstellen, das sich mit täglichen Kurzserien deutlich verbessert.
  • Muster zuordnen: Einen Ausschnitt in einem grösseren Bild wiederfinden. Systematisches Absuchen schlägt Intuition.
  • Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten: Ein einfacher Regelabgleich über viele Zeilen, bei dem Tempo und Fehlerquote gleichzeitig zählen.
  • Figuren lernen und Fakten lernen: Einprägephase, dann später am Tag die Abfrage. Trainierbar mit Merktechniken wie Geschichten und Loci-Methode.
  • Diagramme und Tabellen: Daten lesen, vergleichen, Schlüsse prüfen. Häufigster Fehler: Achsen und Einheiten überlesen.
  • Planen und Organisieren: Aus Vorgaben und Einschränkungen einen gültigen Ablauf ableiten. Verlangt sauberes Notieren der Bedingungen.
  • Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis: Alle nötigen Informationen stehen in der Aufgabe; gefragt ist logisches Anwenden, nicht Vorwissen.

Falls sich die Zusammensetzung in deinem Jahrgang unterscheidet, orientiere dich an der offiziellen Liste und übertrage die Strategie: Jeder Untertest hat eine Technik, eine typische Zeitfalle und eine Fehlerart, die du persönlich am häufigsten machst.

Vorbereitungsdauer und Wochenplan

  1. Monat 1: Testinformation lesen, einen kompletten Probetest ohne Vorbereitung lösen und pro Untertest notieren: Trefferquote, Zeitgefühl, Fehlerart. Das ist deine Ausgangslage, nicht dein Potenzial.
  2. Monate 2 bis 3: Untertest-Training. Pro Woche drei bis vier Sitzungen von 45 bis 60 Minuten, jede Sitzung zwei Untertests. Die schwächsten Typen zuerst und am häufigsten. Für Figuren und Fakten lernen täglich zehn Minuten Merktechnik.
  3. Monate 4 bis 5: Gemischte Sitzungen mit Originalzeiten. Alle zwei Wochen ein halber Testtag am Stück, um Ermüdung zu trainieren. Fehler werden weiter protokolliert.
  4. Letzte drei bis vier Wochen: Zwei komplette Testsimulationen zur Uhrzeit des echten Tests, dazwischen nur noch gezielte Kurzserien. In der letzten Woche Tempo halten, nichts Neues beginnen, Schlaf schützen.

Tipp: Fehlerprotokoll statt Punktezählen

Ein Ergebnis wie „32 von 40“ sagt dir wenig. Notiere stattdessen zu jedem Fehler die Ursache: Zeit ausgegangen, Aufgabe falsch gelesen, Rechenfehler, Regel vergessen, geraten. Nach zwei Wochen siehst du, welche Ursache dominiert, und trainierst genau die. Das bringt mehr Rangplätze als zehn weitere Probetests ohne Auswertung.

Karteikarten für Strategien und fürs erste Studienjahr

Weil der EMS kein Wissenstest ist, geht es beim Karteikartenlernen nicht um Stoff, sondern um Regeln: pro Untertest die Technik, die Zeitvorgabe, deine typische Fehlerart und die Gegenmassnahme. Fotografiere dazu deine Notizen aus den Probetests oder lade die Zusammenfassung als PDF hoch, und NoteFren macht daraus Karten, die du im Browser und auf iPhone/iPad in wenigen Minuten pro Tag wiederholst. So sitzen die Strategien am Testtag, ohne dass du sie unter Stress rekonstruieren musst.

Nach dem EMS geht es schnell weiter: Im ersten Studienjahr warten Anatomie, Physiologie und Biochemie mit sehr viel Faktenwissen, und dort wird das gleiche System zum wichtigsten Werkzeug: Skripte in Karten zerlegen, täglich wiederholen, Spaced Repetition die Planung überlassen. Wie das mit umfangreichen Vorlesungsskripten funktioniert, zeigt die Seite zur KI-Karteikarten-App.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange sollte ich mich auf den EMS vorbereiten?

Die meisten planen drei bis sechs Monate mit vier bis acht Stunden pro Woche. Wer neben der Matura oder einem Job lernt, nimmt eher sechs Monate. Wichtiger als die Gesamtdauer ist die Regelmässigkeit: Lieber vier kurze Trainings pro Woche als ein langer Samstag.

Kann ich den EMS wiederholen?

Der EMS kann in der Regel nur einmal absolviert werden. Genau deshalb lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Prüfe die aktuellen Regeln zur Teilnahme und zu Ausnahmen in der offiziellen Testinformation, bevor du dich anmeldest.

Brauche ich Biologie- oder Chemiewissen für den EMS?

Nein. Der EMS ist ein Fähigkeitstest, kein Wissenstest. Auch der Untertest zum medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnis liefert alle Informationen in der Aufgabe selbst. Was du trainierst, ist das schnelle Erfassen, Kombinieren und Durchhalten unter Zeitdruck.

Wann findet der EMS statt und wann muss ich mich anmelden?

Der Test findet üblicherweise Anfang Juli statt. Die Anmeldung für einen Medizinstudienplatz läuft über swissuniversities und muss deutlich früher erfolgen, in der Regel bis Mitte Februar. Termine, Fristen und Kosten ändern sich; verlässlich sind nur die aktuellen Angaben von swissuniversities und dem Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (ZTD).

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