Für die Basisprüfung an der ETH und die Assessmentprüfungen an der UZH planst du am besten rückwärts von der Prüfungssession: Die Lernphase nach Semesterende gehört alten Prüfungen und Übungsserien, nicht dem Aufarbeiten von Vorlesungen. Damit das funktioniert, müssen Definitionen, Sätze und Formeln vorher sitzen, und zwar über Karteikarten, die du schon während des Semesters täglich wiederholst.
Hier findest du, wie Basisprüfung und Assessment aufgebaut sind, wie die Prüfungssessionen funktionieren, einen Plan für Semester und Lernphase, was in Karteikarten gehört und was nicht, und den schnellsten Weg von Vorlesungsskript und Serie zu Karten. Am Ende ein FAQ.
Auf einen Blick
| Merkmal | ETH Basisprüfung | UZH Assessment / Modulprüfungen |
|---|---|---|
| Wann | Nach dem ersten Studienjahr in einer Prüfungssession (Sommer- oder Wintersession), je nach Studiengang in einem oder zwei Blöcken | Modulprüfungen am Ende jedes Semesters; in Studiengängen mit Assessmentstufe zusätzlich Fristen und Mindestergebnisse für das erste Jahr |
| Form | Mehrere Prüfungen, die als Block gewertet werden; der Notendurchschnitt des Blocks entscheidet | Einzelne Modulprüfungen, meist schriftlich, mit Kreditpunkten (ECTS) |
| Wiederholung | In der Regel einmal, innerhalb einer Frist | In der Regel einmal pro Modul, Details nach Studienordnung |
| Lernphase | Mehrere Wochen zwischen Semesterende und Session | Kürzer, weil die Prüfungen direkt an das Semester anschliessen |
Blockstruktur, Fristen und Wiederholungsregeln unterscheiden sich je nach Studiengang; massgebend sind das Studienreglement (ETH) und die Studienordnung (UZH).
Basisprüfung und Assessment: was dich erwartet
An der ETH schliesst das erste Studienjahr in den meisten Bachelor-Studiengängen mit der Basisprüfung ab. Sie besteht aus mehreren Einzelprüfungen, die als Block gewertet werden: Nicht jede Note muss genügend sein, aber der gewichtete Durchschnitt des Blocks. Einige Studiengänge teilen die Basisprüfung in zwei Blöcke, die nach dem ersten und dem zweiten Semester geschrieben werden. Geprüft wird in den Prüfungssessionen, die nach Semesterende stattfinden: die Sommersession im August, die Wintersession im Januar und Februar.
An der UZH werden Module am Ende des Semesters geprüft, und die Kreditpunkte werden pro Modul vergeben. Einige Fakultäten organisieren das erste Jahr als Assessmentstufe mit Pflichtmodulen, Fristen und Mindestanforderungen; andere lassen dich freier planen, verlangen aber ebenfalls das Bestehen der Grundlagenmodule. Wer über die Passerelle oder die Berufsmatura mit Zusatzweg an die Uni kommt, unterschätzt oft, wie viel Stoff pro Woche dazukommt: Das Tempo ist das eigentliche Problem, nicht die Schwierigkeit einzelner Themen.
Plan für Semester und Lernphase
- Semesterwochen 1 bis 4: Für jede Vorlesung ein Kartenset anlegen. Nach jeder Vorlesung zehn Minuten: Definitionen, Sätze, Formeln, Beweisideen als Karten. Übungsserien selbst lösen, bevor du die Musterlösung ansiehst.
- Semesterwochen 5 bis 14: Tägliche Wiederholung von 15 bis 20 Minuten, Karten werden laufend ergänzt. Eine alte Prüfung pro Fach ansehen, um Format und Gewichtung zu kennen. Was in Serien wiederholt schiefgeht, wird zur Karte.
- Lernphase, Wochen 1 bis 3: Pro Fach die Theorie mit den Karten schliessen, dann alte Prüfungen lösen, zuerst ohne Zeitdruck. Für jede Aufgabe notieren: Wissen gefehlt, Technik gefehlt, Zeit gefehlt.
- Lernphase, Wochen 4 bis 6: Alte Prüfungen unter Originalbedingungen, mit Zeit und erlaubten Hilfsmitteln. Zwei bis drei pro Woche und Fach. Schwache Fächer bekommen mehr Blöcke, aber kein Fach verschwindet ganz aus dem Plan, sonst kippt der Blockdurchschnitt.
- Letzte Woche vor der Session: Keine neuen Themen. Nur fällige Karten, Formelsammlung, Prüfungstermine und Räume geklärt, Schlaf geschützt.
Tipp: Den Block rechnen, nicht das Fach
Bei einer Blockprüfung entscheidet der gewichtete Durchschnitt. Rechne früh durch, welche Note du in welchem Fach realistisch schaffst, und verteile die Lernzeit so, dass der Durchschnitt sicher genügt. Ein Fach von 3.5 auf 4.5 zu heben ist oft leichter, als ein starkes Fach von 5 auf 5.5 zu bringen, und für den Block gleich viel wert.
Was in Karteikarten gehört und was nicht
Für Analysis, Lineare Algebra, Physik, Chemie oder Mikroökonomie gilt: Karten sind für das, was du abrufen musst, nicht für das, was du rechnen musst. In Karten gehören Definitionen, Sätze mit ihren Voraussetzungen, Formeln mit Einheiten, Standardverfahren als Schrittfolge, typische Fehler und die Frage „Wann wende ich das an?“. Nicht in Karten gehören ganze Beweise oder komplette Aufgaben; die übst du auf Papier mit Serien und alten Prüfungen.
Ein guter Test: Wenn du eine alte Prüfungsaufgabe liest und sofort weisst, welches Verfahren gefragt ist, hat das Kartensystem seinen Job gemacht. Wenn du das Verfahren kennst, aber beim Rechnen stecken bleibst, fehlt Übung auf Papier, nicht eine weitere Karte. Wer beides trennt, verschwendet in der Lernphase keine Zeit mit dem Nachschlagen von Definitionen.
Von Vorlesungsskript und Serie zu Karteikarten
ETH- und UZH-Skripte sind lang, und im ersten Jahr laufen fünf bis sieben Vorlesungen parallel. Schreib die Karten nicht von Hand: Lade das Skript kapitelweise als PDF hoch oder fotografiere deine Vorlesungsnotizen und Serien, und NoteFren erstellt daraus Karteikarten, die du im Browser und auf iPhone/iPad wiederholst. Du kontrollierst jede Karte, streichst, was nur Herleitung ist, und ergänzt eigene Merkhilfen; danach übernimmt Spaced Repetition die Planung, welches Fach heute fällig ist. Wie das mit umfangreichen Skripten funktioniert, zeigt die Seite PDF zu Karteikarten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann sollte ich mit dem Lernen für die Basisprüfung beginnen?
Mit dem Wiederholen am ersten Tag des Semesters, mit der eigentlichen Lernphase direkt nach Semesterende. Die Wochen zwischen Semesterende und Sommersession sind die Lernphase; wer in dieser Zeit erst den Stoff aufarbeiten muss, statt ihn zu wiederholen, kommt in Zeitnot. Übungsserien während des Semesters ehrlich zu lösen ist die beste Vorbereitung.
Kann ich die Basisprüfung wiederholen?
In der Regel ja, einmal. Ein nicht bestandener Prüfungsblock kann in einer späteren Session wiederholt werden, und die Basisprüfung muss innerhalb einer festgelegten Frist abgeschlossen sein. Die genauen Regeln stehen im Studienreglement deines Studiengangs; lies es, bevor du dich zur ersten Session anmeldest.
Was ist die Assessmentstufe an der UZH?
In einigen Studiengängen der UZH, etwa in den Wirtschaftswissenschaften, ist das erste Studienjahr als Assessmentstufe organisiert: Eine Reihe von Pflichtmodulen muss innerhalb einer bestimmten Frist mit einem Mindestergebnis bestanden werden, bevor du weiterstudieren kannst. Andere Studiengänge haben Modulprüfungen ohne eigene Assessmentstufe. Was für dich gilt, steht in der Studienordnung deiner Fakultät.
Wie viele Stunden pro Tag sollte ich in der Lernphase lernen?
Sechs bis acht fokussierte Stunden mit klarer Aufteilung: vormittags alte Prüfungen und Serien, nachmittags Theorie und Karten, am Ende des Tages 20 Minuten fällige Karten. Mehr Stunden bringen selten mehr, wenn die Konzentration weg ist. Ein freier Tag pro Woche hält die Lernphase über sechs bis acht Wochen durch.