Den MedAT bereitest du am besten in zwei parallelen Strängen vor: Der Basiskenntnistest (BMS) ist reines Faktenwissen entlang einer offiziellen Stichwortliste und gehört ab Jänner in Karteikarten mit täglicher Wiederholung. Die kognitiven Untertests, das Textverständnis und die sozial-emotionalen Kompetenzen sind Training: kurze, regelmäßige Einheiten mit Zeitmessung, drei bis vier Monate lang. Wer beide Stränge ab Jänner fährt, kommt Anfang Juli ohne Panik zum Test.
Hier findest du den Aufbau des MedAT, was in BMS, KFF, TV und SEK geprüft wird, einen Zeitplan von Jänner bis Juli, die Karteikarten-Methode für die Stichwortliste und den schnellsten Weg von Schulbuch und Skript zu Karten. Am Ende ein FAQ.
Auf einen Blick
| Testteil | Was geprüft wird | Wie vorbereiten |
|---|---|---|
| BMS | Basiskenntnisse in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik nach offizieller Stichwortliste | Karteikarten pro Stichwort, Spaced Repetition ab Jänner |
| TV | Textverständnis: lange Texte, Detailfragen unter Zeitdruck | Wöchentlich Texte mit Stoppuhr, Fehler protokollieren |
| KFF | Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten: unter anderem Figuren zusammensetzen, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen, Implikationen erkennen | Untertestweise trainieren, Technik vor Tempo |
| SEK | Sozial-emotionale Kompetenzen: Emotionen erkennen, soziales Entscheiden | Aufgabenlogik verstehen, Beispielaufgaben üben |
Untertests, Gewichtung, Termine und Kostenbeitrag ändern sich; maßgeblich sind die aktuellen Testinformationen der Medizinischen Universitäten (medizinstudieren.at).
So ist der MedAT aufgebaut
Der MedAT ist das gemeinsame Aufnahmeverfahren für Human- und Zahnmedizin an den Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck sowie an der Medizinischen Fakultät der JKU Linz. Die Anmeldung läuft im März online, mit Kostenbeitrag; der Test findet an einem Tag Anfang Juli an allen Standorten gleichzeitig statt. Die Ergebnisse kommen im Sommer, die Studienplätze gehen nach Rangliste an die besten Gesamtwerte.
Der Testtag besteht aus vier Teilen. Der BMS prüft Schulwissen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, und zwar exakt entlang einer veröffentlichten Stichwortliste. Das Textverständnis (TV) verlangt genaues Lesen langer Texte. Die kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) bestehen aus mehreren Untertests wie Figuren zusammensetzen, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen und Implikationen erkennen. Die sozial-emotionalen Kompetenzen (SEK) prüfen, wie du Emotionen erkennst und in sozialen Situationen entscheidest. Der BMS und die KFF machen zusammen den größten Teil des Gesamtwerts aus; die genaue Gewichtung deines Jahrgangs steht in den Testinformationen.
Zeitplan: Jänner bis Juli
- Jänner: Stichwortliste herunterladen und pro Fach ehrlich markieren: sitzt, wackelt, nie gehört. Schulbücher oder Skripten entlang der Liste durcharbeiten und die ersten Karteikarten anlegen, zuerst im schwächsten Fach. Einen Probetest KFF ohne Vorbereitung lösen, um die Ausgangslage zu kennen.
- Februar: Karten in allen vier BMS-Fächern vervollständigen, tägliche Wiederholung von 20 bis 30 Minuten. Zwei KFF-Einheiten pro Woche, je 45 Minuten, Technik vor Tempo. Ein TV-Text pro Woche mit Stoppuhr.
- März: Anmeldung nicht vergessen. BMS-Wiederholung läuft weiter, dazu erste gemischte KFF-Sitzungen mit Originalzeiten. SEK-Beispielaufgaben ansehen und die Aufgabenlogik verstehen.
- April und Mai: Neben der Matura oder dem Job: BMS täglich, KFF drei Einheiten pro Woche, alle zwei Wochen ein halber Testtag am Stück. Fehler werden zu neuen Karten oder zu Einträgen im Fehlerprotokoll.
- Juni: Nach der Matura Intensivphase: zwei komplette Testsimulationen zur echten Uhrzeit, dazwischen nur fällige Karten und Kurzserien der schwächsten Untertests. Keine neuen Themen mehr.
- Juli: In der letzten Woche Tempo halten, Schlaf schützen, Anreise und Unterlagen früh klären. Am Testtag zählt Ausdauer genauso wie Wissen.
Tipp: Die Stichwortliste ist der Lehrplan
Der häufigste BMS-Fehler ist, ein ganzes Biologiebuch zu lernen. Der BMS fragt nur, was auf der Stichwortliste steht. Lege pro Stichwort ein bis drei Karten an (Definition, Mechanismus, typische Prüfungsfrage) und hake das Stichwort erst ab, wenn die Karten dreimal in Folge richtig waren. So weißt du jederzeit, wie viel Prozent der Liste wirklich sitzen.
KFF, TV und SEK trainieren
Kognitive Untertests: Jeder Untertest hat eine eigene Technik. Bei Zahlenfolgen erkennst du zuerst die Art der Regel (Differenz, Faktor, Wechsel), bevor du rechnest. Bei Figuren zusammensetzen zählst du Ecken und markante Kanten, statt das Ganze im Kopf zu drehen. Bei Gedächtnis und Merkfähigkeit brauchst du eine Merktechnik, etwa Geschichten oder feste Bildverknüpfungen, die du wochenlang gleich anwendest. Bei Implikationen erkennen hilft ein schematisches Vorgehen für die logischen Formen. Trainiere jeden Typ getrennt, bis die Technik automatisch läuft, und erst dann gemischt mit Zeitdruck.
Textverständnis: Lies den Text einmal strukturiert, markiere Absatzthemen, und beantworte die Fragen mit gezieltem Zurückspringen. Wer die Fragen zuerst liest und dann den Text absucht, ist bei manchen Aufgaben schneller; probiere beide Wege in der Vorbereitung aus und bleib dann bei einem.
Sozial-emotionale Kompetenzen: Hier gibt es weniger zu lernen, aber viel zu verstehen: Wie sind die Aufgaben aufgebaut, was wird unter „angemessen“ verstanden, wie werden Antworten bewertet? Beispielaufgaben aus den offiziellen Unterlagen reichen meist, um am Testtag nicht überrascht zu sein.
Von Schulbuch und Skript zu Karteikarten
Vier Fächer entlang der Stichwortliste ergeben schnell mehrere hundert Karten. Schreib sie nicht per Hand: Fotografiere die relevanten Schulbuchseiten oder deine Zusammenfassungen, oder lade das Skript als PDF hoch, und NoteFren erstellt daraus Karteikarten, die du im Browser und auf iPhone/iPad wiederholst. Du kontrollierst, streichst, was nicht auf der Liste steht, und ergänzt eigene Beispiele; Spaced Repetition übernimmt danach die Planung, welches Fach heute dran ist. Wie das mit Skripten funktioniert, zeigt die Seite PDF zu Karteikarten.
Und nach dem MedAT? Das erste Studienjahr bringt noch mehr Faktenwissen als der BMS. Wer das Kartensystem behält, startet mit einem Vorsprung; die Seite zum effizienten Lernen im Medizinstudium zeigt, wie es weitergeht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann sollte ich mit der MedAT-Vorbereitung beginnen?
Für den BMS spätestens im Jänner, besser im Herbst davor, wenn du neben der Matura lernst. Die kognitiven Untertests brauchen drei bis vier Monate regelmäßiges Training. Wer erst nach der Matura im Juni startet, hat für den Test Anfang Juli nur wenige Wochen, was für den BMS meist zu wenig ist.
Welche Bücher brauche ich für den BMS?
Maßgeblich ist die offizielle Stichwortliste zu Biologie, Chemie, Physik und Mathematik. Ein Oberstufen-Schulbuch pro Fach reicht als Quelle, wenn du es entlang der Stichwortliste durcharbeitest. Ordne jeden Begriff der Liste einer Karteikarte zu; was nicht auf der Liste steht, ist Zeitverschwendung.
Wie oft darf ich zum MedAT antreten?
Du kannst jedes Jahr neu antreten; es gibt keine Beschränkung der Versuche. Jeder Antritt erfordert eine neue Anmeldung im März und den Kostenbeitrag. Viele, die es im ersten Jahr knapp verpassen, schaffen es im zweiten Anlauf mit einem systematischeren BMS-Plan.
Wie unterscheiden sich MedAT-H und MedAT-Z?
MedAT-H gilt für Humanmedizin, MedAT-Z für Zahnmedizin. Der BMS, das Textverständnis und die sozial-emotionalen Kompetenzen sind ähnlich aufgebaut; beim MedAT-Z kommen manuelle Fertigkeiten dazu, dafür fallen einzelne kognitive Untertests weg. Die genaue Zusammensetzung und Gewichtung für dein Jahr findest du in den offiziellen Testinformationen.