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Passerelle Vorbereitung: Fächer, Lernplan, Selbststudium

8. September 2026
9 Min. Lesezeit

Die Passerelle bereitest du am besten fachweise vor: Fünf Fächer, fünf Stofflisten, für jede Liste Karteikarten, und ein Wochenplan, der den Fächern mit dem grössten Rückstand die meiste Zeit gibt. Ob du einen Vollzeitkurs besuchst oder im Selbststudium lernst, ändert daran wenig. Es ändert nur, wer dir die Struktur vorgibt: die Schule oder du selbst.

Hier findest du, was die Passerelle ist, welche fünf Fächer geprüft werden, wie sich Kurs und Selbststudium unterscheiden, einen Lernplan für zwölf Monate und den schnellsten Weg von Lehrbuch und Skript zu Karteikarten. Am Ende ein FAQ.

Auf einen Blick

MerkmalPasserelle (Ergänzungsprüfung)
Für wenInhaberinnen und Inhaber einer eidgenössischen Berufsmaturität oder Fachmaturität, die an eine Universität oder die ETH wollen
FächerErstsprache, zweite Landessprache oder Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik), Geistes- und Sozialwissenschaften (Geschichte, Geografie)
FormSchriftliche und mündliche Prüfungen, organisiert vom Bund (SBFI, Schweizerische Maturitätskommission)
VorbereitungVollzeitkurs (rund ein Jahr), berufsbegleitend (rund zwei Jahre) oder Selbststudium
ErgebnisZugang zu allen Universitäten und ETH, gleichwertig zur gymnasialen Matura

Bestehensregeln, Fristen und Sessionen ändern sich; prüfe die aktuellen Vorgaben des SBFI.

Was die Passerelle ist und wer sie braucht

Die Passerelle, oft „Passerelle Dubs“ genannt, ist die Ergänzungsprüfung, mit der du nach der Berufsmatura oder Fachmatura den Zugang zu allen Schweizer Universitäten und zur ETH erhältst. Die BM allein öffnet die Fachhochschulen; wer Medizin, Jus, Psychologie oder ein ETH-Studium anstrebt, kommt an der Passerelle nicht vorbei.

Geprüft werden fünf Fächer auf gymnasialem Niveau: deine Erstsprache, eine zweite Landessprache oder Englisch, Mathematik, die Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik als ein Fach) und die Geistes- und Sozialwissenschaften (Geschichte und Geografie als ein Fach). Die Prüfungen finden schriftlich und mündlich in Sessionen statt, die der Bund organisiert. Die Stoffinhalte sind in den Richtlinien des SBFI beschrieben; diese Liste ist dein Lehrplan und sollte der erste Download deiner Vorbereitung sein.

Kurs oder Selbststudium?

Vollzeitkurs: Rund ein Jahr Unterricht an einer Kantonsschule oder Privatschule, Stundenplan, Lehrpersonen, Mitlernende, Probeprüfungen. Der Vorteil ist Struktur; der Preis ist, dass du ein Jahr nicht oder kaum arbeitest. Für die meisten mit grossem Rückstand in Naturwissenschaften ist das der sicherste Weg.

Berufsbegleitend: Etwa zwei Jahre Abendkurse oder Samstagsunterricht neben einem reduzierten Pensum. Länger, dafür ohne Einkommensausfall. Verlangt eine klare Wochenstruktur, sonst kippt das Lernen in den Feierabend.

Selbststudium: Du organisierst alles selbst: Lehrmittel, Plan, Kontrolle. Es funktioniert, wenn du alte Prüfungen konsequent unter Zeitdruck löst und dir in den schwachen Fächern Hilfe holst. Der grösste Fehler im Selbststudium ist, Wochen mit dem Lieblingsfach zu verbringen, während Chemie liegen bleibt.

Lernplan für zwölf Monate

  1. Monat 1: Stofflisten des SBFI pro Fach durchgehen und ehrlich markieren: kann ich, kenne ich, noch nie gehört. Lehrmittel beschaffen, eine alte Prüfung pro Fach ansehen, Wochenplan festlegen.
  2. Monate 2 bis 6: Aufbauphase. Pro Woche zwei Blöcke Mathematik, zwei Blöcke Naturwissenschaften, je einen Block Sprachen und Geistes- und Sozialwissenschaften. Aus jedem Kapitel entstehen Karteikarten: Formeln, Definitionen, Daten, Vokabeln, Prozesse. Tägliche Wiederholung von 20 Minuten.
  3. Monate 7 bis 9: Vertiefung. Gewichtung nach Rückstand anpassen; das schwächste Fach bekommt mehr Blöcke. Erste vollständige alte Prüfungen unter Zeitdruck, Fehler werden zu neuen Karten.
  4. Monate 10 bis 11: Prüfungsphase im Training: pro Woche zwei bis drei alte Prüfungen, mündliche Fächer laut erklären, Wiederholung bleibt täglich.
  5. Monat 12: Keine neuen Themen. Nur noch fällige Karten, Lücken und Prüfungsformat. Anmeldefrist und Prüfungsort lange vorher geklärt.

Tipp: Naturwissenschaften als ein Fach denken

Biologie, Chemie und Physik werden als ein Fach geprüft. Lege deine Karten trotzdem getrennt an, aber wiederhole sie gemischt. So lernst du, im Prüfungsheft schnell zwischen den drei Teilgebieten umzuschalten, statt dich in eines einzurechnen.

Von Lehrbuch und Skript zu Karteikarten

Fünf Fächer auf Maturniveau bedeuten viele hundert Karten. Schreib sie nicht von Hand: Fotografiere deine Notizen aus dem Kurs oder lade die PDF-Kapitel deiner Lehrmittel hoch, und NoteFren erstellt daraus Karteikarten, die du im Browser und auf iPhone/iPad wiederholst. Du kontrollierst, kürzt und ergänzt eigene Beispiele; Spaced Repetition übernimmt danach die Planung, welches Fach heute dran ist. Wie das mit Skripten funktioniert, zeigt die Seite PDF zu Karteikarten.

Und nach der Passerelle? Wer an die ETH oder die UZH geht, trifft im ersten Jahr auf Basisprüfung oder Assessment. Wie du diese Lernphase planst, steht auf der Seite ETH Basisprüfung und UZH Assessment.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich die Passerelle im Selbststudium schaffen?

Ja, jedes Jahr treten Kandidatinnen und Kandidaten ohne Kurs an. Voraussetzung sind ein fester Wochenplan, alte Prüfungen zur Kontrolle und Disziplin bei den Fächern, die dir nicht liegen. Wer sich in Mathematik oder den Naturwissenschaften unsicher fühlt, kombiniert das Selbststudium oft mit Nachhilfe oder einzelnen Modulen eines Kurses.

Wie lange dauert die Vorbereitung auf die Passerelle?

Vollzeitkurse dauern in der Regel ein Jahr, berufsbegleitende Angebote etwa zwei Jahre. Im Selbststudium hängt es von deinem Vorwissen ab; viele planen zwölf Monate mit 15 bis 20 Lernstunden pro Woche. Rechne bei den Naturwissenschaften und Mathematik am meisten Zeit ein.

Wann finden die Passerelle-Prüfungen statt?

Die Ergänzungsprüfung wird vom Bund organisiert und findet in Prüfungssessionen statt, üblicherweise im Sommer und im Winter. Anmeldefristen liegen mehrere Monate vor der Session. Prüfe Termine, Fristen und Prüfungsorte auf der Website des SBFI.

Welche Fächer sind am schwierigsten?

Das hängt von deiner Berufsmatura ab. Wer aus der Ausrichtung Wirtschaft kommt, hat meist in Physik, Chemie und Biologie den grössten Rückstand; wer aus der Technik kommt, oft in Geschichte, Geografie und der zweiten Sprache. Starte mit dem Fach, das am weitesten weg ist, und nicht mit dem, das dir Spass macht.

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